Hillclimb Ilmenau

by Sebe 02/08/11

Im Rahmen des Downhillrennens in Ilmenau gab es als kleinen Sideevent noch einen unterhaltsamen Hillclimb-Contest. Dank unseres Reporter- und Fotografenteams Mike “Wutzi” Wutzler und Thomas Dietze gibts hier den packenden vor Ort Bericht in Wort und Bild, von dem nicht ganz alltäglichen Event. Riders Ready – Climb the Hill – Throw!

Nach dem Qualifikationslauf am Samstagnachmittag hatte das RadArt-Team um Frank Hedwig noch ein kleines Highlight ausgeheckt, analog zum Motorrad-Hill-Climb galt es mit dem Fahrrad möglichst weit den Auslauf der Skischanze im Zielbereich zu erklimmen. Um für gleiche Bedingungen für alle Teilnehmer zu sorgen, wurde das Sportgerät vom Wettkampfbüro gestellt, ein um die Jahrtausendwende hergestelltes Kona „Blast“ mit Marzocchi Z1 in eher durchwachsenem Zustand. Ein bisschen mehr Liebe und Pflege hätten dem Rad über die Jahre sicher gut getan, so waren Kettenklemmer, Schaltungsrutschen und ins Leere treten an der Tagesordnung. Nachdem jeder Wettkampfteilnehmer pedalierend sein Limit erreicht hatte, bestand noch die Möglichkeit das Rad den steilen Hang hochzuwerfen oder anzuschieben um einige Zentimeter gut zu machen. Nicht selten kam dabei das Rad jedoch etwas weiter heruntergerutscht als es vorher hinauf gefahren wurde. Als Preis winkte dem glücklichen Gewinner ein 20-Liter Fass kühlen Biers, was einige Teilnehmer zu Höchstleistungen anspornte.

Das breite Fahrerfeld reichte von angereistem Partyvolk über Hobbyfahrer und Weltcup-Piloten bis zu Rennsprecher Uwe Buchholz, welcher in einem kleinen internen Battle gegen seinen Moderatorkollegen Steffen Marquardt überzeugen konnte. Viele Fahrer scheiterten an der zur Verfügung gestellten Technik und erreichten teilweise nicht einmal den Fuß des Skihanges. Die erste wirkliche Ansage machte Thilo „Kimmä“ Rücknagel, die von ihm vorgelegte Distanz sollte lange Bestand haben und wurde erst spät vom jungen Ferdinand Brunold überboten. Der jetzige Deutsche Vizemeister der Klasse U17 hatte aber auf Grund von Geschmack oder Jugendschutz eigentlich gar kein wirkliches Interesse am Bierfass, sondern spekulierte auf den Preis des Zweitplatzierten. Einige Fahrer bissen sich noch an seiner Vorlage die Zähne aus. Als letzter Fahrer der Herrenklasse schnappte Ilmenau-Local Rick Balbierer das Rad, trat mächtig vom Shuttleplatz die kleine Anfahrtsrampe hinunter, umkurvte die tiefen Bremswellen der Downhillstrecke und überbot die bestehende Rekordhöhe noch einmal um einige Zentimeter.

Die Damenklasse bestand leider nur aus drei Starterinnen, Sandra Rübesam, Harriet Rücknagel und der Sophie aus Ilmenau. Da Downhill-Fahrer gemeinhin als Gentlemen bekannt sind, wurde den weiblichen Kontrahenten ein Rad in Topzustand bereitgestellt, allerdings mit dem Verbot es den Hang hinauf zu werfen. Die starke Vorlage von Harriet Rücknagel konnte Sandra Rübesam als zweite Fahrerin nicht knacken, nur die im Radsport bislang unbekannte Sophie konnte der der amtierenden Deutschen Meisterin im Downhill jetzt noch gefährlich werden. Mit einer kleinen Kunstpause am Start heizte sie das Publikum an, traute sich dann doch die Startrampe hinunter, fetzte zum Fuß des Hanges und bekam dort mächtigen Rückenwind durch ihre Ilmenauer Fans. Davon getragen passierte sie die Markierung von Harriet leicht und gewann somit die Damenwertung. Der Sieg und damit das Fass Bier blieben somit fest in Ilmenauer Hand. Damit Gerstensaft nicht warm wurde, erfolgte der Anstich an Ort und Stelle, wobei jeder der anwesenden Freunde und Fans am Gewinn mit einem Becher kühlen Blonden beteiligt wurde. Prost!