Im Dialog: JF&CD

by Charles 15/04/09

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Joscha Forstreuter und Carlo Dieckmann haben sich zusammengesetzt und über ihren aktuellen Dirtspot geplauscht. Wie, wann, wo, warum… alles wird aufgeklärt!

INTERVIEW:

C: Also warum wir hier zusammensitzen….(Pause), Berlin hat ein neuen Dirtspot!
Das ist nicht wirklich die große Überraschung, weil Berlin schon ca. 10 Dirtspots hat. Aber es ist unser erster eigener Dirtspot. Undzwar von:
J: Joscha Forstreuter, Carlo Dieckmann…
C: …und Lars-Kjeld-Riedel. Der harte Kern…

Die 3 Verantwortlichen: Carlo, Joscha, Lars

Die 3 Verantwortlichen: Carlo, Joscha, Lars

Das ist unser erster Spot, den wir von Beginn an aufbauen. Kein Stiefkind wie all die anderen Spots, wo wir gebaut haben.
Wo ist der Spot?
J: In Johannestal, im Landschaftspark, dem einstmals ältesten Flughafen Deutschlands. Der Spot liegt im Südosten Berlins und liegt immer noch recht zentral, zumindest für ein Dirtspot. Nah an der City und 10 min von uns, also von Neukölln.
C: NEUKÖLLN!
Und wie kann man sich den Spot vorstellen? Was für Gegebenheiten haben wir und wie sieht unser Sicherheitssystem gegen nervende Kinder aus?
J: Wir haben einen offiziellen Spot von der Stadt bekommen, der komplett eingezäunt ist. 2 Meter hoher Sicherheitszaun,abschließbar und 10.000 Volt Starkstrom (Witz)!
C: Kommt noch…! (Gelächter)
J: Also massig Erde, 5m Startturm aus Erde, 5 Lines, ein großen Pumptrack und ein Bauwagen…kein Wasser aber das kommt noch. Und die geilste Erde die es gibt.
C: Apropos Erde.Wir haben uns ja nicht mit irgendwelcher Erde zufrieden gegeben. Also was ist die Vorgeschichte?
J: Wir haben den Tip bekommen, dass für den Tunnelbau der neuen Autobahn zum Flughafen Schönefeld ordentlich Erde abfällt. Wir sind dann mit der Dame vom Bezirksamt hin, haben eine Bodenprobe genommen und dann war klar, dass wird unsere Erde.
Wenig später sind dann 3 Tage lang die Laster angerollt und haben den Dirt herbeigeschafft.
C: Du sprichst immer von „Uns“. Ich war ja gar nicht dabei, wie der ganze Dirt arrangiert wurde. Das Projekt wurde ja auch nicht wirklich von dir oder mir klargemacht, sondern es gibt da noch eine dritte Person, nämlich Lars. Wer ist denn eigentlich Lars?
J: Lars ist ein guter Freund von uns, der direkt in Johannestal wohnt, also ca, 1km von dem Spot entfernt. Der hat eigentlich alles von Anfang an in die Wege geleitet und klargemacht, dass wir den Spot so vom Bezirksamt bekommen.
C: Der hat doch auch ein Praktikum beim Bezirksamt gemacht oder?
J: Ja genau. Erst ein Praktikum, hat sich dann quasi in das System eingeschleust und dann von innen heraus den Spot geklärt.
C: Das Ding auf Links gedreht?
J: Umgekrempelt!! Wenn es Lars nicht gäbe, dann würden wir wahrscheinlich immer noch ohne Spot dastehen (Gelächter).
C: Also ein dicken Gruß und Dank an Lars!
J: Lars is the man.

Emotionen auf'em Bau! Ist nicht immer so leicht...!

Emotionen! Ist nicht so leicht...!

C: Jetzt wohnen wir hier schon ne Weile und haben auch schon einige Spots durchgeackert.
Ich hab Atilla mal geschaufelt, wie ich da noch gewohnt habe….
J: Und Wuhletal haben wir mitgebaut…. aber irgendwie war das frustrierend, keinen eigenen Spot zu haben. Nicht das bauen zu können, was wir wirklich haben wollten. Und nicht sagen zu können, die Sachen haben wir gebaut. Immer nur bei anderen Leute ein bisschen mithelfen…
C: Das Ganze geht ja auch noch weiter zurück. Seit ich fahre, habe ich noch kein eigenen Spot gehabt. Also das ist wirklich der Erste! Bei dir ist’s ähnlich oder?
J: Auch so ähnlich! Ich hatte am Anfang Sprünge bei mir im Garten stehen, bei meinen Eltern.
C: Zwei Sprünge zählen nicht als vollständiger Spot (Gelächter)
J: Ey komm? Für mich war das damals schon ein richtiger Spot.
Vor langer Zeit haben wir versucht in Stadthagen was auf die Beine zu stellen!
C: Stadthagen ist ein wunderbares Thema. Da gab es prinzipiell schon mal gute Vorraussetzungen mit der alten BMX Bahn. Ich war auch öfter da, wegen meiner damaligen Freundin…! Wir haben echt ganz gut schaufelt aber wir sind dann ja nach Berlin gezogen, also so ein richtiger Durchbruch war das auch nicht. Seitdem hat auch keiner mehr was von Stadthagen gehört, oder? Irgendwas ist das schief gelaufen!
J: Wie war das noch? Ach ja, wir hatten auch schon Erde besorgt und sollten für einen Nachmittag ein Radlader bekommen. Aber nur für ein paar Stunden, ein Bagger.
C: EIN 11TONNEN RIESEN RADLADER VOM THW!
J: Ach genau, damit haben wir gebaut. Wir mussten dann aber irgendwie weg zu einem Contest und haben unser Bauvorhaben so einem kleinen Local anvertraut, namentlich „RENKE“. Wir haben dem erklärt, wie das später mal aussehen soll, aber….
C: Also ich will das kurz mal erklären in was für Dimensionen wir gebaut haben. Das war so 2004 und wir wollten ’ne fette Line bauen. Der erste Sprung so 7,5 Meter und der zweite sollte so ein schöner 6,5 Meter Trickdirt werden.
Leider hat sich Renke total verschätzt und so wurde der 2. Dirt ungefähr 9 Meter lang. Das Teil war einfach mal viel zu lang und trotzdem satte 3,5 Meter hoch. Also haben wir versucht diesen Koloss an Landung umzusetzen, was wir nie wirklich geschafft haben. Das war einfach zu krass viel Erde!!
Das war das Ende von Stadthagen!
J: Fairerweise muss man sagen, dass wir trotzdem dort ein paar gute Sessions auf der kleinen Line hatten!
C: Ich will noch was anderes erzählen, weil es falsch wäre zu sagen, dass wir es mit dem eigenen Spot in Berlin noch nie versucht hätten.
J: Ach ja…Buch.
C: Ja genau, wer das noch kennt. Jedenfalls waren das damals die Hammer trails. 55 Trails! Viktor und Alf die BMXer haben da gebaut. Buch liegt halt recht nördlich, wo man fast ne Stunde hin braucht. Jedenfalls hat Alf da irgendwann angefangen, nach was Neuem zu suchen.
J: Wir waren voll heiss drauf, einen eigenen Spot, im Wald und so….
Der Spot den Alf angefangen hatte war aber gleich neben so einer Schrebergartenanlage und daraufhin haben wir woanders in dem Wald angefangen zu graben. Super schön, leicht hügelig und bergab. Echt perfekt! Wir haben dann nach einem halben Tag graben feststellen müssen, dass dieser ganze verdammte Berg nur aus Schutt bestand. Und somit war das Ding auch hinfällig.
C: Ja man diese doofen Laubenpieper, der Kackberg. Echt schade aber jetzt haben wir ja unsere neuen Trails.
Haben wir eigentlich ein Namen?
J: Nee nicht wirklich.
C: Trails….
J: Lars besteht immer auf Johannisthal und nicht Adlershof!
C: Egal, dass will eh keiner als Namen haben.

Also, so sieht das aus in Berlin. Danke für die Kommentare.
Auf das der Spot „hot,hot,hot“ wird und wir ein guten Sommer haben!