„Méga“ Diary

by Charles 23/07/09

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Wir hatten die Tage schon Frank Schneider im Interview, was beim Mega Avalanche so ging und was nicht. Jetzt haben wir den Race Bericht von zwei Berliner Jungs vorliegen die Live beim Rennen dabei waren und ihr Eindrücke ganz unterhaltsam in einem Text zusammengefasst haben. Das Wort haben Tristan Pfarr und Tillmann Herrnberger:

Auf fast 3500 Metern ist schon eine coole Nummer! Doppeltdeutig, check!

In diesem Jahr war der Pic Blanc (3330m) nicht vollständig von Schnee bedeckt. So führten die ersten 500 Meter der Strecke über Geröll, welches sich als ebenso heimtückisch wie das sonst gefrorene Nass erwies. Von einem britischen Fotografen treffend erläutert: „Either you´re at the front or you´re fucked!“. So endete das längste und härteste MTB-Rennen der Welt traditionell für so manchen schon nach einigen Metern, denn entweder quittierte das Rad oder im schlimmeren Fall der Körper seinen Dienst nach dem man von der brüllenden „Mega-Lawine“ überrollt wurde. Die Pros ereilt dieses Schicksal eher selten, wer es schafft sich vom Feld abzusetzen hat auf den folgenden 3 km Schnee freie Fahrt und lässt laufen. Dass das auch ganz gut geht bewies Schneidi bereits am Donnerstag beim Glacier-Speed-Race, wo er mit einer gemessenen Geschwindigkeit von 96 km/h knapp vor Fabien Barel gewann.
Den Luxus einer solchen Geschwindigkeit können sich allerdings beim Megavalanche nur wenige leisten-es gibt immer irgend einen realitätsentfremdeten Vertreter aus dem vereinigten Königreich der das zu verhindern weiß… die üblichen Verdächtigen ála Wildhaber, Voullioz, Absalon, Vasquez und dieses Jahr neu Barel setzten sich aber gewohnt schnell ab und ließen einen mit diversen Manövern an der Unabänderlichkeit der Physik zweifeln, was bei Herr Wildhaber besonders deutlich wurde, als er seinen eher schlechten Start mit einem sagenhaftem Tempo über das Geröll bis zum Schnee und durch die erste Kurve wieder wett machte, als wolle er im Werner-Style so schnell fahren, dass die Zeit wieder rückwärts läuft. Die schnellsten Stollen aber hatte am Start Nicolas Vouilloz gefolgt von Franck Parolin und Fabien Barel, aber halt, was war das? Ihnen dicht auf den Fersen das deutsche Downhill-Urgestein Jürgen Beneke, der souverän außen am Feld vorbeizog und ordentlich Skills bewies- genug Rennerfahrung hat er ja. Auf den folgenden 34 km wurde gewohnt hart gefightet und so stand dann 49 Minuten später der Sieger fest: Remy Absalon vor René Wildhaber, Nicolas Vouilloz, Fabien Barel und Franck Parolin.

Jürgen Beneke am Start. Vollkommen unerwartet und trotzdem voll dabei.

Die deutschen Asse schlugen sich ebenfalls beachtlich: Steven Rollnik als 14., Jürgen Beneke als 24., Frank Schneider als 29., Christian Schleker als 46., und André Wagenknecht als 82. Euch und allen anderen Deutschen Glückwunsch und Respekt! Nochmal hervorgehoben sei die absolute Dominanz der Franzosen in dieser von ihnen erfundenen Disziplin des Gravity-Bikens: Nahezu alle vorderen Plätze gehen an Baguettes und selbst die internationale A-Prominenz des Downhills muss sich von so einigen einheimischen Nonames die Butter von der Bemme nehmen lassen…is wohl der Rotwein und die Höhenluft…

Ich bin mir sicher, dass Tristan die Trails dort gefallen haben. Man Driftet doch nicht einfach so.