World Championchips Preview Canberra

by Charles 27/08/09

Who is gone be the ONE?

Nach sieben aufregenden Weltcuprunden neigt sich die Saison 2009 bereits wieder dem Ende zu. Doch bevor Mitte September in Schladming der große Showdown um die Gesamtwertung ausgetragen wird, steht erst mal noch ein ganz anderes Highlight auf dem Plan: die Weltmeisterschaften – das Rennen des Jahres.


Auf keinen anderen Event bereiten sich die Fahrer so gezielt vor, bei keinem anderen ist der mentale Druck größer. Eine Strecke und ein Lauf entscheiden darüber, wer die kommenden 12 Monate das heiß begehrte Regenbogentrikot tragen darf. Nur noch wenige Tage und dann wird sich zeigen, wer seine Hausaufgaben richtig gemacht hat.

Das Podium vom Vorjahr in Canberra. Pic: Sebastian Schieck

Nachdem auf den Strecken im Stromlo Forrest Park bereits letztes Jahr ein Weltcuplauf ausgetragen wurde, wurde über die Kurse bereits viel diskutiert. Der Downhilltrack mit seiner nicht enden wollenden Tretpassage und der 4X-Track mit seinem extrem BMX-lastigen Layout mussten dabei einiges an Kritik einstecken. Für die WM hat man sich nun dieser Kritikpunkte angenommen und so gut es geht versucht diese zu verbessern. Ob Veränderungen zum positiven waren, werden wir in der nächsten Woche sehen.

Schon der derzeit extrem enge Kampf um die Weltcupgesamtwertung lässt darauf schließen, dass auch die WM in Canberra kein Zuckerschlecken wird. Nach seinem überragenden Sieg hier 2008 dürfte Greg Minnaar wohl auch in diesem Jahr bei den Wettbüros ganz oben auf der Liste stehen. Doch die Erfahrung der bisherigen Downhillsaison lehrt uns, dass man 2009 eher nur um kleinere Beträge spielen sollte. Die Liste möglicher Titelaspiranten ist lang. Minnaar, Peat, Gee, Hill, Hannah, Barel und Co – keiner dieser Fahrer wird am Finaltag weniger als 120 Prozent geben. Für Steve Peat geht es erneut um DEN EINEN Titel, der ihm trotz aller Erfolge in seiner beeindruckenden Karriere immer noch fehlt. Gee Atherton hingegen muss in Canberra sein Regenbogentrikot gegen den Rest der Meute verteidigen. Auch wenn er in diesem Jahr noch keinen Sieg holen konnte – Gee ist in Topform, und das sollte man nicht unterschätzen. Sam Hill wiederum hat sich diesen Winter scheinbar hauptsächlich für einen Zweck gequält, und der ist hier in Canberra ein paar mehr Pferdestärken aufs Pedal zu bringen und die Konkurrenz nicht so einfach davon kommen zu lassen. Fabien Barel könnte mit einem Sieg am nächsten Sonntag bereits seinen dritten WM-Titel holen. Er hat schon mehr als einmal bewiesen, dass er bei der WM stets zu absoluter Höchstleistung aufläuft und in Anbetracht der letzten Weltcupergebnissen dürfte daran auch kaum noch jemand Zweifel haben. Auch „Sick“

Mick Hannah sollte man auf jeden Fall auf der Rechnung haben. Der Australier fährt nach einem Jahr Auszeit nicht nur seine bisher beste Saison, nein auch der Kurs in Canberra ist ihm wie auf dem Leib geschneidert. Doch damit sind wir immer noch nicht am Ende. Was ist mit Chris Kovarik und Nathan Rennie? Beide beendeten das Rennen im letzten Jahr auf dem Podium und Rennie konnte sich dabei vor heimischem Publikum sogar bis auf Platz zwei nach vorn katapultieren. Und dann wäre da noch die vollkommen unbekannte Variable Brian Lopes, der kurz vor der WM noch fürs US-Downhillteam nominiert wurde und dem der Kurs sicherlich ebenfalls sehr entgegen kommen dürfte. Auch bei den Damen bahnt sich ein harter Kampf um den Titel an. Zwischen Sabrina Jonnier und Tracy Moseley dürfte es in diesem Jahr ziemlich eng werden.

In Maribor hat Fabian Barel gewonnen, obwohl er ja eigentlich noch "verletzt" ist von PMB. Pic: Sebastian Schieck Der letztjährige Sieger in Canberra Greg Minnaar. Holt er sich dieses Jahr den WM-Titel? Pic: Sebastian Schieck Your current World Champion Gee Atherton. Woher kommt eigentlich dieses geile Bild? Absolut! Pic: Sebastian Schieck

Die insgesamt recht flache und tretintensive Downhillstrecke sowie die Erfahrungen aus dem letzten haben viele Teams und Hersteller dazu veranlasst ihre Bikes speziell für dieses Rennen ein wenig zu modifizieren. Vor allem Leichtbau und Aerodynamik sind dabei Trumpf. Schon im Vorfeld hörte man von einem wahren Wettrüsten. Immer leichtere Bikes, spezielle Rahmen, Laufräder und aerodynamische Anbauteile etc. Wir dürfen also gespannt sein, was die Teams in Canberra so alles an den Start rollen.

Checkt den Link zur Dirt Website

Im 4X dürfte die große Frage lauten, ob Jared Graves es nach zwei unglücklichen Jahren endlich schafft sich den verdienten WM-Titel zu holen. Mit der sehr BMX-lastigen Strecke könnten die Voraussetzungen auf heimischem Boden zumindest nicht besser sein.

Ihr seht also, das kommende Wochenende dürfte einiges an Spannung und Überraschungen für uns alle bereit halten. Ich kann kaum erwarten, dass es los geht.

Danke Sebe und viel Spass in „Downunder“!

OUT