World Champs Canberra

by Charles 06/09/09

World Champs 2009

Die WM in Canberra ist im vollen Gange. Die Bikes sind warmgefahren und die Fahrer sind heiß auf das Finale am Sonntag. Das gestrige Zeittraining gab bereits ein paar erste wage Anhaltspunkte.

Mick Hannah holte sich mit gut 2 Sekunden Vorsprung die Bestzeit in 2:29.68 vor Sam Hill – der bis zur zweiten Split schnellster war, Greg Minnaar und Gee Atherton. Kovarik auf 6, Leov auf 7 und Peaty auf 10. Doch da es um nichts ging, ist schwer einzuschätzen wie viel Potenzial die einzelnen Fahrer noch haben, wer pokert und wer nicht.

Das klare Saisonziel für Mick Hannah ist die Weltmeisterschaft im eigenen Land. Pic: Sebastian Schieck Die Zielgerade in Canberra die von vielen gefürchtet wird. Am Sonntag wird sich vielleicht hier das Rennen entscheiden. Pic: Sebastian Schieck Greg Minnaar hat im Vorjahr den WorldCup in Canberra gewonnen und hat beste Vorraussetzungen. Pic: Sebastian Schieck

Interessant dürfte auch sein, wie sich die Vorteile der einzelnen Bikes im Finale auswirken. Für die WM ließen sich die Teams technisch, wie auch optisch einiges einfallen. So fahren Barel und Gee an ihren Bikes blockierbare Luftdämpfer und Barel dazu noch eine Singlecrown Gabel. Bei Trek hat man im Vorfeld einige Aerodynamikanbauteilen im Windkanal getestet um auf dem endlosen Schlußstück wertvolle Zeit gutzumachen. Sam Hill ist auf einem kleineren Specialized Freerider mit Boxxer unterwegs und wird zum Finale sein Rad für den nötigen Boost auch noch mit Clickpedalen bestücken. Die Santacruz Jungs fahren soweit das gleiche Rad wie auf den Weltcuprennen allerdings mit neuer Lackierung und unzähligen eloxierten Parts.

Das muss die Leidenschaft für den Sport sein. Zur WM sind die Bikes immer ganz besonders Durchgestylt. Pic: Sebastian Schieck Das Sam Hill für die WM auf einem SX Trail sitzt ist bestimmt kein Zufall. Extra angefertigt mit flacherem Winkel, knapp 180 mm Federweg und einem wunderbaren Paintjob. Its Worlds Time baby. Pic: Sebastian Schieck Marketing oder wirkliche Optimierung? Ganz egal, es ist neu, abstrakt und vielleicht nur eine Vision. Aber was mir so gefällt, wenn ich das Bild betrachte fühle ich mich wieder wie ein kleiner Junge voller Faszination. Pic: Sebastian Schieck

Die gleiche Strategie fährt auch Mick Hannah mit seinem standard GT Fury Rahmen ganz nach dem Motto: Never change a runnung system. Seine GT Carbon Flunder erstrahlt für die WM allerdings in leuchtendem Gelb mit blauen Logos und Anbauteilen. Sweet! Ebenso durchgestylt sind die Morewood-Räder von Nathan Rennie und Mitch Delfs, die bis ins letzte Detail auf die australischen Nationalfarben Grün und Gelb abgestimmt sind. Jedes der verschiedenen Bikesetups vom normalen Downhiller bis zum Leichtbau-Freerider hat auf dem WM-Kurs von Canberra allerdings seine Vor- und Nachteile. Vor allem im oberen extrem steinigen Streckenabschnitt dürften die DH-Bikes sicherlich im Vorteil sein und gleichzeitig insgesamt ein zusätzliches Plus an Sicherheit geben. Im unteren Teil wendet sich das Blatt dann schließlich zu Gunsten der kleineren Räder. Rein von den letzten Trainingssessions ist schwer abzuschätzen wer wirklich die Pace vorgibt. Je nach Abschnitt ist mal der eine mal der andere Fahrer, zumindest rein optisch gesehen, im Vorteil. Das Finale wird sicherlich ein absoluter Showndown. Im Grunde hat niemand etwas zu verlieren aber viel zu gewinnen, denn es gibt nur einen Platz der am Sonntag wirklich zählt und das ist der des Weltmeisters.

Nach vielen enttäuschenden Momenten hat sich Jared Graves dieses Jahr endlich das Regenbogentrikot geholt. Pic: Sebastian Schieck

Jared Graves holt sich am Freitagabend bei den WM 4X-Finals in Canberra endlich verdient seinen
Weltmeistertitel. Nach zwei unglücklichen Jahren 2007 und 2008 sollte es auf heimischen Boden diesmal endlich zum Sieg reichen. Die Aussie-Fans waren aus dem Häuschen und Jared kämpfte im Ziel um seine Fassung. Bis ins Finale fuhr er ein Makeloses Rennen und holte souverän jeden Laufsieg. Dahinter wurde um jeden Zentimeter hart gekämpft und so mussten einige der favorisierten Fahrer schon vor den Finale nach Hause gehen. Vor allem die australischen BMX-Spezialisten Madill, Willoughby und Henderson, die im letzten Jahr hier in Canberra allesamt unter den letzten vier waren, kamen nicht über das Viertelfinale hinaus. Im Finale holte sich schließlich Romain Saladini Platz zwei und die Silbermedaille vor dem Tschechen Jakub Riha (von dem ich ehrlich gesagt vorher noch nie gehört habe) und Rafael Alvarez. Kurz zuvor sicherte bereits Caroline Buchanen im Damen Finale die erste Goldmedaille für Australien. Jill Kintner wurde zweite, hatte im Finale allerdings einen extrem schlechten Start und fand danach keinen Weg mehr an Caroline vorbei. Für Johannes Fischbach (in der Quali Sechster) und Guido Tschugg (mit verletztem Fußgelenk am Start) endete die WM leider schon im Viertelfinale bzw. auf den Plätzen 14 und 12.

Leider nicht ganz so erfolgreich aber trotzdem bei den ziemlich einzigartigen Weltmeisterschaften in Canberra am Start gewesen. Johannes Fischbach und Guido Tschugg. Pic: Sebastian Schieck Its 4X Time! Die Kulisse erinnert fast an ein Supercross Stadion in den USA mit all den Leuten. Aussie Rules. Pic: Sebastian Schieck GO GO GO & WIN WIN WIN. Respekt für Jared Graves. Pic: Sebastian Schieck

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